A.D. Bordes war spezialisiert auf den Nitrathandel aus Chile. Die Farmer und Zuckerrohrbauern aus Nordfrankreich lernten schnell, den guten Dünger zu nutzen. Dies führte zu einem explosionsartigen Anstieg der Nachfrage. Dünkirchen übernahm von Bordeaux, der Geburtsstadt von A.D. Bordes, den Handel mit Nitrat und entwickelte sich schnell zum Hauptumschlagsplatz in Frankreich. Hier wurden auch die Preise festgesetzt.
Der Hafen arbeitete im Rhythmus der vielen Bordes Kap Horn Segler, die man an den dekorierten Schiffsrümpfen erkennen konnte. Während die Engländer immer mehr Dampfschiffe einsetzten, die den Vorteil von Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit boten, glaubte A.D. Bordes unerschütterlich an Langstrecken-Segelschiffe. Durch ein Gesetzt ermutigt, das Subventionen für in Frankreich gebaute Schiffe versprach, ließ die Gesellschaft in den Jahren 1895 bis 1902 nicht weniger als 18 Viermastbarken bauen, was sie zum größten Eigner von Segelschiffen in der Welt machte.
Ansicht des Hafens von Dünkirchen, verschiedene Bordes Schiffe.
Foto von Falciny, circa 1890. Musée portuaire Sammlung
Während des Ersten Weltkriegs setzte die Bordes Flotte die Reisen um Kap Horn fort, um das Land mit den für die Herstellung von Schießpulver nötigen Nitraten zu versorgen. Dabei wurde die halbe Flotte zerstört.
Schwierigkeiten erwuchsen auch aus einer neuen Sozialgesetzgebung, die drei statt nur zwei Wachen vorschrieb. Die Arbeitskosten wurden in die Höhe getrieben. Die Eröffnung des Panamakanals 1914 machte die Segelschiffe den Dampfschiffen gegenüber unrentabel. Die Weltwirtschaftskrise 1929 schwächte die Gesellschaft zusätzlich und führte 1935 zu ihrer Auflösung.

Porträt von Antoine Dominique Bordes
