Mit dem Beginn des römischen Zeitalters änderte sich die Situation für das besetzte Gebiet komplett.
In der Hafengegend finden sich sehr viele Hinweise auf starke Wirtschaftsbeziehungen mit griechischen Häfen. In der Gegend von Saturo wurden zwei Schiffswracks gefunden, die aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. stammen: Die Ladung des einen Schiffs bestand aus Amphoren, das andere Schiff transportierte Steine.

Die Besetzung des Gebietes durch den Römer Quinto Fabio Maximum im Jahr 209 gipfelte in einem Massaker an den Einwohnern von Taranto, Cartagina und Bruzi in 202 v. Chr. Danach begann für Taranto die Ära der Föderation. Dies beeinträchtigte den Wohlstand Tarantos nicht unerheblich. Ebenso war das Wachstum der Bevölkerung rückläufig, da tausende von Einwohnern von den Römern getötet oder nach Rom deportiert worden waren. Taranto musste seine Flotte verkleinern und jährliche Tributzahlungen an Rom leisten. 123 v. Chr. wurde, basierend auf dem „ager publicus“ eine römische Kolonie gegründet, die Neptunia Tarentum genannt wurde und deren Einwohnern die vollen Bürgerrechte Roms verliehen wurden.

Aufstände gegen die römische Besatzungsmacht im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. führten schließlich dazu, dass alle Gemeinden auf der Halbinsel südlich von Rimini die politischen Rechte Roms erhielten.
Die römische Wiedergründung der Stadt nach 59 n. Chr. schaffte die Voraussetzungen für die Wiederorganisation der Wasserversorgung, notwendig für den öffentlichen Gebrauch, aber auch für das Management des Thermensystems, ein öffentlicher Komplex, der in besonderer Weise die Qualität und das Niveau zeitgemäßer Städte charakterisierte.


