Durch die Expansionspolitik Bonapartes erreichte die strategisch wichtige Rolle Tarantos einen weiteren Höhepunkt. Die französische Besetzung dauerte mit Höhen und Tiefen bis 1815. Die gute Lage milderte die ökonomische Instabilität während des Krieges dennoch litten der Handel, der Olivenanbau und die Manufakturbetriebe.
Die Restaurierungsarbeiten führten zu dem Beschluss, die Stadt nicht vollständig zu sanieren, sonder die Ausgaben auf die Erhaltung der Gemäuer zu beschränken.






Am 1. April 1837 gestattete der König den Ausbau der vor der Stadt gelegenen Befestigungsanlagen unter bestimmten Bedingungen. 1857 bestand der Bürgermeister auf den Ausbau der Stadt hinter der Brücke. Er argumentierte, dass es ein Widerspruch sei, eine Handelsstadt ohne Marktplatz zu haben.
Zwischen 1861 und 1865, nach der Öffnung des Suez Kanals gewann Taranto national und international erneut an Bedeutung. Der Bau eines leistungsfähigen Handelshafens und eines Marinestützpunkts waren unerlässlich.
Die Bevölkerung war klein und bestand zum großen Teil aus
- Fischern, die ihren Lebensunterhalt aus dem Meer bestritten und Hafenanlagen benötigten, um ihre Boote festzumachen
- Handwerker, deren Tätigkeiten auf die Stadt beschränkt waren
- einige wenige Landbesitzer, die ihre Einkünfte aus der Vermietung von Immobilien bezogen
1882 wurden die Pläne zum Bau eines Militärarsenals in Taranto von der Gemeinde genehmigt.
1883 wurde mit dem Bau begonnen, gleichzeitig starteten die Ausbaggerungsarbeiten für einen Kanal zwischen Mar Piccolo und Mar Grande.



Arbeiten am Kanal
Die Begeisterung für das Militär ließ die Bevölkerung vergessen, dass mit den Baumaßnahmen eine starker Rückgang der traditionellen Produkte wie Austern und Muscheln verbunden war. Wie einem Bericht der Handelskammer in Lecce zu entnehmen ist, war die Ursache hierfür in der Verschmutzung des Wassers durch die Kriegsschiffe zu sehen.
1887 stand im Zeichen der Brücke, dem Sinnbild zwischen dem alten und dem neuen Taranto. Das Arsenal wurde am 21. August 1889 eröffnet.
Die Stadt wurde Zeuge einer Belebung der wirtschaft und ihrer Strukturen, auch wenn die nicht in Übereinstimmung mit den Fischern geschah. Die alte Tradition musste der neuen Industrie weichen.

Aus wirtschaftlicher Sicht ging es mit der Industrie trotz der Gründung einiger neuer Werften stetig bergab.
Die Hafenindustrie wurde nicht in den Innovationsprozess, den die Stadt angestoßen hatte, einbezogen. Die natürliche Verbindung Tarantos mit einer hochwertigen Produktion von Lebensmitteln wurde vernachlässigt.


Ansicht der Brücke in offenem und geschlossenen Zustand