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Auswanderung

 

Auswanderung

Ende des 18 Jahrhunderts setzte sich Deutschland aus einer Ansammlung von Klein- und Kleinststaaten zusammen. Die Politik war vom Partikularismus der verschiedenen Herrscherinteressen geprägt. 1806 wurde Bremen ein unabhängiger Freistaat und nannte sich „Freie Hansestadt“ und Mitglied des Deutschen Bundes (1815).

Wirtschaftliche Not sowie politische oder religiöse Unterdrückung veranlassten viele Menschen einen Neuanfang zu versuchen. Die meisten zog es nach Nordamerika.

Die Aufhebung des Auswanderungsverbots in Deutschland 1814 begünstigte die einsetzende Auswanderungswelle.
Die Freie Hansestadt Bremen sah hier ein lohnendes Geschäftsfeld, da der Bremer Handel an Mangel an Exportgütern auf einem Tiefpunkt angelangt war.

In den 1820er Jahren waren die Westhäfen in Frankreich und den Niederlanden die Hauptauswanderungshäfen. Neben einer Missernte in Norddeutschland sowie dem Zusammenfallen verschiedener Umstände, wie der Juli-Revolution in Paris, einer Choleraepidemie an der atlantischen Westküste oder einem Zuwanderungsverbot Fremder in Holland und Hamburg, aus Angst vor Mittellosen, die den Armenhäusern der Städte zur Last fallen könnten, wurde plötzlich ein großer Strom von Auswanderern zu Beginn der 1830er nach Bremen gelenkt.

Innerhalb kurzer Zeit wurde die Beförderung von Auswanderern ein unentbehrlicher Wirtschaftsfaktor für Bremen. Neben dem Tabakgeschäft wurde der Personenverkehr die ergiebigste Einnahmequelle der bremischen Kaufmannschaft.

Referenz:
Armgart, Arno. Bremen, Bremerhaven, New York : Geschichte der europäischen Auswanderung über die Bremischen Häfen = A history of European emigration through the ports of Bremen. Bremen 1991

 


Foto: Archiv DSM